Hallo Forum,
Heute möchte ich euch Bilder und Videos von Lacrymaria olor vorstellen.
Dieser Raubcilliat ist besitzt eine charakteristische Körperform mit einem Hals der sich blitzschnell (bis zu 1000 µm/s!) um ein vielfaches (bis zum 30fachen!) seiner Länge ausdehnen kann.
Dieser Hals ist darüber hinaus extrem beweglich und das Tier kann diesen sowohl im Winkel abknicken als auch spiralig einrollen, was einen Beutefang auch "um die Ecke" möglich macht.
In dieser Kombination und Ausmaß einzigartig und unverwechselbar. Ich finde diesen Ciliaten häufig in meinen Tümpelproben.
Meist gut versteckt zwischen Detriuspartikeln, teils in sehr unterschiedlichen Habitaten. Oft in kleinen Gruppen. Dann sieht man oft nur die kleinen Hälse die herausgestreckt werden.
Selten sieht man ihn frei mi,t gerade ausgestreckten Proboscis wie ein Pfeil durchs Wasser schwimmen.
Er lässt sich relativ einfach, zumindest für eine Weile, vermehren wenn man ihn zusammen mit Futterorganismen in verdünntem Heumedium ansetzt.
Unter eutrophen Bedingungen wird der Hals nur wenig und viel seltener ausgestreckt und man kann ihn dann leicht mit anderen Arten wie z.b. Litonotus verwechseln.
Am vorderen Ende befindet sich ein kleines bewimpertes "Köpfchen," mit dem kleine Beute, wie in diesem Fall Chilomonas paramecium und Colpidium striatum mit den bereits beschriebenen schnellen Vorwärtsbewegungen gejagt wird:
Hier noch ein Video dieses "Bruce Lee unter den Protozoen":
https://youtu.be/FF6zHwm73Lk?is=mZliI7SW3T4tiAkD
LG Holger
Lacrymaria olor
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spectrum
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Lacrymaria olor
Zuletzt geändert von spectrum am 26. März 2026, 07:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lacrymaria olor
Hallo Holger,
sehr schön getroffen. Ich erinnere mich an ein Britisches Filmteam, das vor Jahren in der Uni Köln zu Gast war um Lacrymaria olor beim Fressen zu beobachten. Mit Engelsgeduld haben die beiden Tierfilmer an dem geliehenen Mikroskop über drei Wochen ausgeharrt, um Material für einige Sekunden Filmschnitt dieser Beobachtung zusammen zu bekommen.
Viele Grüße
Thilo
sehr schön getroffen. Ich erinnere mich an ein Britisches Filmteam, das vor Jahren in der Uni Köln zu Gast war um Lacrymaria olor beim Fressen zu beobachten. Mit Engelsgeduld haben die beiden Tierfilmer an dem geliehenen Mikroskop über drei Wochen ausgeharrt, um Material für einige Sekunden Filmschnitt dieser Beobachtung zusammen zu bekommen.
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Thilo
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spectrum
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Re: Lacrymaria olor
Hallo Thilo,
Die eigentliche Nahrungsaufnahme konnte ich bisher leider noch nicht aufnehmen, dazu war mein Exemplar wohl entweder zu gestresst durch das Deckglas, oder schlicht und einfach zu "satt", da es frisch aus einer Petrischale mit reichlich Futter kam.
Mittelfristig (die Fundortentnahme war vor ca 3 Wochen) vermehrt sich Lacrymaria dort auch erstaunlich gut.
Mal sehen wie lange das so bleibt.
Lacrymaria scheint ja, nach allem was ich so bisher gelesen habe, über längere Zeiträume Probleme zu machen, wenn man sie künstlich vermehrt (Stichwort "clonal-death").
Hast du da eventuell Erfahrungen zu dem Thema und könntest mir zu dem Thema Langzeitkultivierung event. einen Tipp geben?
Ich würde mir diesen faszinierenden Raubcilliaten gerne noch etwas länger anschauen.
Ich fahre bisher mit verdünntem Chalkley's Medium, also einem Heuaufguss mit ein paar zusätzlichen Elektrolyten und den oben bereits erwähnten Futterorganismen am besten.
Mich würde interessieren welches Nährmedium du ggf. für das geeignetste hältst.
Von den Aufnahmen für NATIONAL GEOGRAPHIC in Köln habe ich auch schon gehört.
Es gibt dazu auch ein Video von Sebastian Hess auf Youtube.
Ein High End Kamera Rückteil von "RED" auf einem ZEISS SteREO Discovery.V20 Mikroskop...
Mein lieber Jolly
Daneben aber auch ein 50Jahre altes inverses Zeiss (IM35).
Auf so einem ähnlichen Modell hab ich übrigens auch das Video aufgenommen.
LG Holger
Die eigentliche Nahrungsaufnahme konnte ich bisher leider noch nicht aufnehmen, dazu war mein Exemplar wohl entweder zu gestresst durch das Deckglas, oder schlicht und einfach zu "satt", da es frisch aus einer Petrischale mit reichlich Futter kam.
Mittelfristig (die Fundortentnahme war vor ca 3 Wochen) vermehrt sich Lacrymaria dort auch erstaunlich gut.
Mal sehen wie lange das so bleibt.
Lacrymaria scheint ja, nach allem was ich so bisher gelesen habe, über längere Zeiträume Probleme zu machen, wenn man sie künstlich vermehrt (Stichwort "clonal-death").
Hast du da eventuell Erfahrungen zu dem Thema und könntest mir zu dem Thema Langzeitkultivierung event. einen Tipp geben?
Ich würde mir diesen faszinierenden Raubcilliaten gerne noch etwas länger anschauen.
Ich fahre bisher mit verdünntem Chalkley's Medium, also einem Heuaufguss mit ein paar zusätzlichen Elektrolyten und den oben bereits erwähnten Futterorganismen am besten.
Mich würde interessieren welches Nährmedium du ggf. für das geeignetste hältst.
Von den Aufnahmen für NATIONAL GEOGRAPHIC in Köln habe ich auch schon gehört.
Es gibt dazu auch ein Video von Sebastian Hess auf Youtube.
Ein High End Kamera Rückteil von "RED" auf einem ZEISS SteREO Discovery.V20 Mikroskop...
Mein lieber Jolly
Daneben aber auch ein 50Jahre altes inverses Zeiss (IM35).
LG Holger
Holger (duzen erwünscht)