Seite 1 von 1

Einige Desmidiaceen aus Dänemark (Jütland)

Verfasst: 28. August 2016, 17:51
von Ole
Liebe Freunde des Tümpelns,

ich möchte hier einige Desmidiaceen zeigen, die ich an der dänischen Westküste, nördlich von Esbjerg, in einem Heidetümpel gefunden habe. Sicherlich keine besonderen Arten, aber soweit ich sehe die ersten aus Dänemark stammenden Zieralgen, die in diesem Forum gezeigt werden.

Das Habitat sah auf den ersten Blick eigentlich sehr unauffällig aus, und wir sind eher zufällig beim Pilzesammeln darauf gestoßen - ein flacher Tümpel, knapp 10m im Durchmesser, in sandig-heidiger Umgebung, praktisch gänzlich frei von höheren Wasserpflanzen. Lediglich große, rasch umher fliegende Libellen verliehen dem Gewässer einen naturkundlichen Reiz. Aber nur auf den ersten Blick - zuhause stellte sich heraus, dass die Detritusprobe dicht mit Zieralgen durchsetzt war. Sie bildeten den typischen, grünlichen Belag auf den Detritusflocken, nachdem ich die Probe einige Zeit stehen gelassen hatte.

Die Arten in der Probe, die ich bisher gefunden habe, sind meines Erachtens Micrasterias thomasiana, Euastrum humerosum und eine Closterium, die ich aber ohne den Lenzenweger zur Hand nicht weiter bestimmen kann. Einige auffällige Merkmale, die mir bestimmungsrelevant erscheinen, habe ich in den Bildern jeweils markiert.

Alle Aufnahmen habe ich am Olympus BH-2 gemacht, alle Hellfeld, bis auf die Totalansicht von M. thomasiana. Hier kam schiefe Beleuchtung zum Einsatz, die man am Olympus-Revolverkondensor durch seitliches Verdrehen der Revolverscheibe gut realisieren kann.

Nachtrag: Die abgebildete Closterium ist C. striolatum.

Bild

Bild

Bild

Viele Grüße

Ole

Re: Einige Desmidiaceen aus Dänemark (Jütland)

Verfasst: 28. August 2016, 20:21
von Monsti
Hallo Ole,

es ist schön, auch mal Desmidiaceen aus ganz anderen Habitaten zu sehen. Nr. 2 ist Euastrum humerosum, Nr. 3 Closterium striolatum.

Liebe Grüße
Angie

Re: Einige Desmidiaceen aus Dänemark (Jütland)

Verfasst: 29. August 2016, 09:08
von Ole
Hallo Angie,

herzlichen Dank für Deine Rückmeldung und die ergänzenden Korrekturen. Ich ändere den Beitrag entsprechend.

Viele Grüße

Ole

Re: Einige Desmidiaceen aus Dänemark (Jütland)

Verfasst: 30. August 2016, 12:19
von Lupo
Hallo, Ole.

Desmidiaceen aus Dänemark? Da habe ich doch gleich den Nygaard (G. NYGAARD: Dansk Plante Plankton; 1945) aus dem Regal genommen und nachgeschaut, ob ich die von Dir gezeigten Arten dort abgebildet finde. Leider Fehlanzeige. Wobei man aber berücksichtigen sollte, daß Nygaard -bei allem Arbeitseifer- nicht jedes dänische Binnengewässer untersuchen konnte.

Ich erwähne hier den"Nygaard", auch, weil das Buch aufgrund seiner sehr zahlreichen z. T. farbigen Abbildungen (keine Fotos!) ideal für Einsteiger ist, erst recht in Kombination mit dem "Wassertrofen" (den Nygaard gibt es nur auf Dänisch). Das Buch kann man gelegentlich antiquarisch erwerben, oder - wenn man Verbindung nach Dänemark hat - sich eine Neuauflage (JÖRGENSEN & NYGAARD: Dansk Plante Plankton) besorgen lassen. Ich habe einmal versucht, die Neuauflage über amazon zu bekommen, leider Fehlanzeige.

Schönen Tag noch

Holger

Re: Einige Desmidiaceen aus Dänemark (Jütland)

Verfasst: 30. August 2016, 19:25
von Monsti
Hallo Holger,

dass diese Arten bei NYGAARD nicht aufgeführt sind, wundert mich doch sehr. Closterium striolatum ist sehr anpassungsfähig und findet sich eigentlich in allen Mooren. Auch Euastrum humerosum ist in Übergangs- und Hochmooren nicht sooo selten.
Wobei man aber berücksichtigen sollte, daß Nygaard -bei allem Arbeitseifer- nicht jedes dänische Binnengewässer untersuchen konnte.
Nicht nur das, offensichtlich behandelt NYGAARD vor allem Pflanzen im Plankton. Die meisten Desmidiaceen leben aber nicht planktisch, sondern im Detritus und zwischen Wasserpflanzen.

Herzliche Grüße
Angie

Re: Einige Desmidiaceen aus Dänemark (Jütland)

Verfasst: 30. August 2016, 22:50
von Ole
Hallo Holger,

besten Dank für den Literaturhinweis. Angie hat sicherlich recht; die Desmidiaceen leben ja vorwiegend benthisch - so auch die Arten, die ich hier zeige. Vermutlich hätte Nygaard sie ebenfalls behandelt, wenn er sich schwerpunktmäßig auf das Benthal konzentriert hätte.

Viele Grüße

Ole