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Staurastrum arctiscon
Verfasst: 15. Dezember 2015, 17:26
von Rupert Lenzenweger
Staurastrum arctiscon konnte ich vor Jahren als Erstfund für Österreich aus der Verlandungszone eines Gebirgssees im Zillertal (Tirol) in 2500 m Seehöhe nachweisen. Als Hauptverbreitungsgebiet wird Nordeuropa und Alaska angegeben, es handelt sich also um eine arktisch-alpine Alge.

Re: Staurastrum arctiscon
Verfasst: 16. Dezember 2015, 11:58
von Nostoc
Lieber Prof. Lenzenweger,
sie haben ihren "exotischen" Fund mit seinen verzweigten "Armen" wunderbar ins Bild gesetzt !!
Die spannende Frage ist für mich, wie diese Alge den weiten Weg nach Österreich gefunden hat:
- ein Relikt der Eiszeit ("Rückzug" in Hochlagen, wie bei einigen Landpflanzen)
- Verbreitung durch Wasservögel
usw. ?
Gibt es hierzu nähere Informationen und weitere Beispiele für "deplazierte" Zieralgen ?
Beste Grüße ins Innviertel
Richard (Nostoc)
Re: Staurastrum arctiscon
Verfasst: 16. Dezember 2015, 12:07
von Rupert Lenzenweger
Nostoc hat geschrieben:Lieber Prof. Lenzenweger,
sie haben ihren "exotischen" Fund mit seinen verzweigten "Armen" wunderbar ins Bild gesetzt !!
Die spannende Frage ist für mich, wie diese Alge den weiten Weg nach Österreich gefunden hat:
- ein Relikt der Eiszeit ("Rückzug" in Hochlagen, wie bei einigen Landpflanzen)
- Verbreitung durch Wasservögel
usw. ?
Gibt es hierzu nähere Informationen und weitere Beispiele für "deplazierte" Zieralgen ?
Beste Grüße ins Innviertel
Hallo " Nostoc"
Ja, es gibt genügend Beispiele für "deplazierte" Zieralgen, werde in nächster Zeit einige davon in das Forum stellen.
Freundliche Grüße
Rupert
Richard (Nostoc)
Re: Staurastrum arctiscon
Verfasst: 16. Dezember 2015, 17:21
von Monsti
Lieber Richard,
zur Verbreitung von Desmidiaceen gibt es einige Theorien: Wind, Wasser, Vögel, Wild, Insekten ... Gerade Libellen halte ich für wichtige Verbreiter, zumal bei einigen Arten die Weibchen in einem vergleichsweise riesigen Gebiet zahlreiche Gewässer anfliegen, um ihre Eier so weit wie möglich zu verteilen (z.B. Aeshna-Arten). Vermutlich ist es von allem etwas.
Die arktischen Arten (dies gilt übrigens auch für einzelne Testaceen-Arten, z.B. Centropyxis pontigulasiformis) konnten sich entweder als Relikte der Kaltzeit in alpinen Lagen behaupten, möglicherweise werden sie aber auch bis heute im Gefieder von Zugvögeln transportiert. Passt es einer Spezies in einem bestimmten Milieu, wird sie sich schnell vermehren.
Viele Grüße
Angie
"Deplazierte" Desmidiaceen
Verfasst: 18. Dezember 2015, 10:51
von Rupert Lenzenweger
Liebe Angie, lieber Richard,
was das Vorkommen arktisch-alpiner Desmidiaceen betrifft bin ich schon der Meinung, dass es sich um Relikte früherer Kälteperioden handelt, einen Transport durch Zugvögel halte ich für kaum wahrscheinlich.
Liebe Grüße
Rupert
Re: Staurastrum arctiscon
Verfasst: 18. Dezember 2015, 17:05
von Nostoc
@alle
Vielen Dank für die weitergehenden Informationen zu diesem interessanten Mikrothema !
Viele Grüße
Richard