Plagiopyla nasuta - ein Ciliat aus der Faulschlamm-Zone
Verfasst: 27. März 2019, 17:01
Hallo in die Runde,
ein interessanter und skurriler Ciliat der Faulschlamm-Zone ist Plagiopyla nasuta:
Am bauchseitig gelegenen Mund ist die Peristomrinne als Hohlkehle ausgebildet. Die Hauptnahrung dieses Ciliaten sind Schwefelbakterien, die in seinem Lebensraum reichlich vorkommen.

Bild 1: Plagiopyla nasuta: Fokus auf Mundregion
Die gefressenen Bakterien werden dann hinter der Peristomrinne in Nahrunsgvakuolen abgeschlossen und verdaut. Der Zellkern liegt knapp unter der Peristomrinne. Unter der Pellicula ist ein deutlicher Extrusomen-Saum zu erkennen.

Bild 2: Plagiopyla nasuta: Kern und Nahrungsvakuolen
Fokussiert man auf die Oberfläche, erkennt man die Austrittsstellen der Extrusomen als eine feine Granulation und die deutliche Streifenstruktur der Wimpernreihen.

Bild 3: Plagiopyla nasuta: Oberfläche
Plagiopyla nasuta ist streng an das sauerstoffarme und schwefelreiche Milieu über dem Faulschlamm gebunden, da er keine Mitrochondrien besitzt. Statt dessen bedient er sich zur Energieerzeugung symbiontischer Methan-Bakterien, die nur elektronenmikroskopisch darstellbar sind. Diese Symbionten vertragen keine zu große Sauerstoffkonzentration und beschränken daher den Lebensraum von Plagiopyla nasuta auf den anaeroben Bereich im Sapropel.
Viele Grüße
Michael
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P.S.: Dieser Beitrag wurde parallel im Mikro-Forum veröffentlicht
ein interessanter und skurriler Ciliat der Faulschlamm-Zone ist Plagiopyla nasuta:
Am bauchseitig gelegenen Mund ist die Peristomrinne als Hohlkehle ausgebildet. Die Hauptnahrung dieses Ciliaten sind Schwefelbakterien, die in seinem Lebensraum reichlich vorkommen.

Bild 1: Plagiopyla nasuta: Fokus auf Mundregion
Die gefressenen Bakterien werden dann hinter der Peristomrinne in Nahrunsgvakuolen abgeschlossen und verdaut. Der Zellkern liegt knapp unter der Peristomrinne. Unter der Pellicula ist ein deutlicher Extrusomen-Saum zu erkennen.

Bild 2: Plagiopyla nasuta: Kern und Nahrungsvakuolen
Fokussiert man auf die Oberfläche, erkennt man die Austrittsstellen der Extrusomen als eine feine Granulation und die deutliche Streifenstruktur der Wimpernreihen.

Bild 3: Plagiopyla nasuta: Oberfläche
Plagiopyla nasuta ist streng an das sauerstoffarme und schwefelreiche Milieu über dem Faulschlamm gebunden, da er keine Mitrochondrien besitzt. Statt dessen bedient er sich zur Energieerzeugung symbiontischer Methan-Bakterien, die nur elektronenmikroskopisch darstellbar sind. Diese Symbionten vertragen keine zu große Sauerstoffkonzentration und beschränken daher den Lebensraum von Plagiopyla nasuta auf den anaeroben Bereich im Sapropel.
Viele Grüße
Michael
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