Glockentierchen: Cyste, Schwärmer und sessile Form
Verfasst: 2. Juli 2017, 17:57
Selten hat man das Vergnügen tatsächlich herauszufinden wie Ciliaten trockene Perioden überdauern. Die Witterungsverhältnisse der vergangenen neun Monate ließen ihnen jedoch keine andere Wahl.
Heute fand ich in einer gewässerten Moosprobe vom Rand eines seit Monaten mit nur kurzer Unterbrechung trockenen Sumpfgebiets viele Glockentierchen die sich gerade daran machten ihre Cysten zu verlassen, in denen sie trockene Perioden überdauern. So bot sich die Gelegenheit alle Stadien derselben Art binnen weniger Stunden zu fotografieren und auch die Cysten sowie den Vorgang des Schlüpfens der Peritrichen abzulichten (links oben und unten). In diesem Fall besitzt die leere Cyste mit ihrer regelmäßig genoppten Struktur einen gewissen Wiedererkennungswert.
Es handelt sich um einen recht kleinen Peritrichen mit ca. 35 µm Körperlänge, jedoch mit deutlicher Querstreifung. Anfänglich sieht man eine recht langsame Wimpernbewegung der gerade schlüpfenden Schwärmer (linke Abbildungen), wobei das Hinterende zur Trockencyste hin gewandt bleibt. Sie verlassen die Trockencyste mit dem Kopf (Pe) voran. Der sehr kurze Zeitraum ab dem die Wimperbewegung hektisch wird und das Tier den Rand der Cyste blitzschnell verlässt macht es schwer ein Foto im Moment des Ablösens zu machen und die Wandlung zur Schwärmerform zu sehen. Mit atemberaubendem Tempo rasen sie frisch geschlüpft und urplötzlich durchs Bildfeld. Der große Wimpernkranz der Schwärmerform (rechts oben, der Zellmund ist im Bild unten) sitzt am Hinterende - sozusagen Hecktriebler – und verliert sich bei dieser Art mit der sessilen Form (Mitte). Ein scharfes Foto der Schwärmer bleibt meist aussichtslos und bestenfalls ein unscharfer Zufallstreffer am Bildfeldrand. Die Schwärmer abzulichten gelingt erst nach einer Weile, wenn sie offenbar auf der Schnelle nach einem Untergrund suchen (rechts oben). Der Vollständigkeit halber habe ich noch einen kontrahierten Stiel abgelichtet (rechts unten). Der Kollege in der Bildfeldmitte zog seine Detritusflocke durch die Bewegung der Mundwimpern mit sich und schwamm so permanent durchs Bildfeld, solange er nicht kontrahierte. Seine Nahrungsvakuolen sind bereits prall mit Bakterien (Ba) gefüllt. Deren DNA lässt sich in Fluoreszenz besser färben, als der eigentliche Zellkern weswegen die Vakuolen bei gesättigten Exemplaren gerne mit dem Zellkern verwechselt werden können. Die gerade geschlüpften Individuen lassen hingegen den s-förmigen Schlund, die kontraktile Vakuole (cV) nahe des Peristoms (Pe) und vage einen Macronucleus (=Zellkern) erkennen. Die eben geschlüpften Individuen sind völlig nüchtern und zeigen noch keine Nahrungsvakuolen.
Angeregt durch Michaels Dokumentation wollte ich Euch gerne nun auch diesen Fund zeigen.
Alle Abbildungen wurden mit einem Objektiv 40x/0,75 erstellt. Die Fotos wurden mit einer Canon EOS 60D mit 1/1250s (Highpower LED, ohne Blitz) gewonnen. Die Proben wurden mit der Microliterpipette in kleinen Tropfen zu je 30 µl auf verschiedene Objektträger gegeben und mit dem Deckglas abgedeckt. Teils waren die Präparate in der feuchten Kammer zwischen gelagert. Sobald erkennbar war, dass das verdunstete Wasser Luftblasen zog, wurde mit der Mikroliterpipette am Rand des Deckglases ein kleiner Tropfen (ca. 10-15 µl) Wasser ergänzt. So konnten die Glockentierchen über drei Stunden beobachtet werden.
Heute fand ich in einer gewässerten Moosprobe vom Rand eines seit Monaten mit nur kurzer Unterbrechung trockenen Sumpfgebiets viele Glockentierchen die sich gerade daran machten ihre Cysten zu verlassen, in denen sie trockene Perioden überdauern. So bot sich die Gelegenheit alle Stadien derselben Art binnen weniger Stunden zu fotografieren und auch die Cysten sowie den Vorgang des Schlüpfens der Peritrichen abzulichten (links oben und unten). In diesem Fall besitzt die leere Cyste mit ihrer regelmäßig genoppten Struktur einen gewissen Wiedererkennungswert.
Es handelt sich um einen recht kleinen Peritrichen mit ca. 35 µm Körperlänge, jedoch mit deutlicher Querstreifung. Anfänglich sieht man eine recht langsame Wimpernbewegung der gerade schlüpfenden Schwärmer (linke Abbildungen), wobei das Hinterende zur Trockencyste hin gewandt bleibt. Sie verlassen die Trockencyste mit dem Kopf (Pe) voran. Der sehr kurze Zeitraum ab dem die Wimperbewegung hektisch wird und das Tier den Rand der Cyste blitzschnell verlässt macht es schwer ein Foto im Moment des Ablösens zu machen und die Wandlung zur Schwärmerform zu sehen. Mit atemberaubendem Tempo rasen sie frisch geschlüpft und urplötzlich durchs Bildfeld. Der große Wimpernkranz der Schwärmerform (rechts oben, der Zellmund ist im Bild unten) sitzt am Hinterende - sozusagen Hecktriebler – und verliert sich bei dieser Art mit der sessilen Form (Mitte). Ein scharfes Foto der Schwärmer bleibt meist aussichtslos und bestenfalls ein unscharfer Zufallstreffer am Bildfeldrand. Die Schwärmer abzulichten gelingt erst nach einer Weile, wenn sie offenbar auf der Schnelle nach einem Untergrund suchen (rechts oben). Der Vollständigkeit halber habe ich noch einen kontrahierten Stiel abgelichtet (rechts unten). Der Kollege in der Bildfeldmitte zog seine Detritusflocke durch die Bewegung der Mundwimpern mit sich und schwamm so permanent durchs Bildfeld, solange er nicht kontrahierte. Seine Nahrungsvakuolen sind bereits prall mit Bakterien (Ba) gefüllt. Deren DNA lässt sich in Fluoreszenz besser färben, als der eigentliche Zellkern weswegen die Vakuolen bei gesättigten Exemplaren gerne mit dem Zellkern verwechselt werden können. Die gerade geschlüpften Individuen lassen hingegen den s-förmigen Schlund, die kontraktile Vakuole (cV) nahe des Peristoms (Pe) und vage einen Macronucleus (=Zellkern) erkennen. Die eben geschlüpften Individuen sind völlig nüchtern und zeigen noch keine Nahrungsvakuolen.
Angeregt durch Michaels Dokumentation wollte ich Euch gerne nun auch diesen Fund zeigen.
Alle Abbildungen wurden mit einem Objektiv 40x/0,75 erstellt. Die Fotos wurden mit einer Canon EOS 60D mit 1/1250s (Highpower LED, ohne Blitz) gewonnen. Die Proben wurden mit der Microliterpipette in kleinen Tropfen zu je 30 µl auf verschiedene Objektträger gegeben und mit dem Deckglas abgedeckt. Teils waren die Präparate in der feuchten Kammer zwischen gelagert. Sobald erkennbar war, dass das verdunstete Wasser Luftblasen zog, wurde mit der Mikroliterpipette am Rand des Deckglases ein kleiner Tropfen (ca. 10-15 µl) Wasser ergänzt. So konnten die Glockentierchen über drei Stunden beobachtet werden.