Actinosphaerium eichhornii mit Zoochlorellen (Pillerseemoor)
Verfasst: 6. Juli 2017, 16:58
Liebe Freunde des Tümpelns,
ich zeige hier einen Fund aus dem Pillerseemoor, den wir im Rahmen des Pillersee-Treffens 2017 gemacht haben. Es handelt sich um das allseits bekannte Actinosphaerium eichhornii, allerdings in einer selteneren Varietät, nämlich mit Algensymbionten beladen.
Zuerst zwei Gesamtansichten der Zelle – in der linken Teilabbildung treten insbesondere die strahlenförmigen Axopodien in Erscheinung, die diesen Organismen ein sonnenartiges Aussehen geben und zum Namen Heliozoen geführt haben. Wenn ich richtig informiert bin, sind die Heliozoen nach aktuellen Ergebnissen jedoch keine stammesgeschichtlich einheitliche Gruppe. Ein Lebensformtyp eukaryontischer Einzeller mit strahligen Zellfortsätzen, die dem Beutefang dienen, ist in der Evolution mehrfach unabhängig entstanden, die „Heliozoen“ als taxonomische Einheit sind damit wissenschaftlich überholt. Das braucht uns als Liebhaber aber nicht zu kümmern, wunderschön sind diese Organismen allemal. In der rechten Teilabbildung im Hellfeld sind die grünen Algensymbionten besonders deutlich zu erkennen. Lediglich den äußeren, schaumig wirkenden Bereich des Ektoplasmas besiedeln sie nicht.

Die folgenden Bilder zeigen Details der Zellorganisation und der Algensymbionten. Links ist zu erkennen, dass das Ektoplasma in der Aufsicht eine Gliederung in mehr oder weniger sechseckige Waben zeigt. Gelegentlich kollabieren einzelne dieser Waben, die sich damit als kontraktile Vakuolen ausweisen. In der rechten Teilabbildung – nun schon bei etwas stärker gepresster Zelle – habe ich mit Sternchen (*) 4 der insgesamt zahlreichen Zellkerne markiert.

Zum Abschluss ein genauerer Blick auf die Algensymbionten mit der hochauflösenden Ölimmersion und stark gepresstem Objekt. Die Algen sind gefüllt mit zahlreichen lichtbrechenden Öltropfen als Speicher, haben zwei kontraktile Vakuolen (in der rechten Darstellung bei einer Zelle mit Strichen markiert), aber keinen Augenfleck. Aus einer Mutterzellen (Mz) gehen durch Teilung vier Tochterzellen (Tz) hervor, die in einer gemeinsamen Blase liegen. Daneben sind Zellkerne zu sehen (Nu).

Viele Grüße
Ole
ich zeige hier einen Fund aus dem Pillerseemoor, den wir im Rahmen des Pillersee-Treffens 2017 gemacht haben. Es handelt sich um das allseits bekannte Actinosphaerium eichhornii, allerdings in einer selteneren Varietät, nämlich mit Algensymbionten beladen.
Zuerst zwei Gesamtansichten der Zelle – in der linken Teilabbildung treten insbesondere die strahlenförmigen Axopodien in Erscheinung, die diesen Organismen ein sonnenartiges Aussehen geben und zum Namen Heliozoen geführt haben. Wenn ich richtig informiert bin, sind die Heliozoen nach aktuellen Ergebnissen jedoch keine stammesgeschichtlich einheitliche Gruppe. Ein Lebensformtyp eukaryontischer Einzeller mit strahligen Zellfortsätzen, die dem Beutefang dienen, ist in der Evolution mehrfach unabhängig entstanden, die „Heliozoen“ als taxonomische Einheit sind damit wissenschaftlich überholt. Das braucht uns als Liebhaber aber nicht zu kümmern, wunderschön sind diese Organismen allemal. In der rechten Teilabbildung im Hellfeld sind die grünen Algensymbionten besonders deutlich zu erkennen. Lediglich den äußeren, schaumig wirkenden Bereich des Ektoplasmas besiedeln sie nicht.

Die folgenden Bilder zeigen Details der Zellorganisation und der Algensymbionten. Links ist zu erkennen, dass das Ektoplasma in der Aufsicht eine Gliederung in mehr oder weniger sechseckige Waben zeigt. Gelegentlich kollabieren einzelne dieser Waben, die sich damit als kontraktile Vakuolen ausweisen. In der rechten Teilabbildung – nun schon bei etwas stärker gepresster Zelle – habe ich mit Sternchen (*) 4 der insgesamt zahlreichen Zellkerne markiert.

Zum Abschluss ein genauerer Blick auf die Algensymbionten mit der hochauflösenden Ölimmersion und stark gepresstem Objekt. Die Algen sind gefüllt mit zahlreichen lichtbrechenden Öltropfen als Speicher, haben zwei kontraktile Vakuolen (in der rechten Darstellung bei einer Zelle mit Strichen markiert), aber keinen Augenfleck. Aus einer Mutterzellen (Mz) gehen durch Teilung vier Tochterzellen (Tz) hervor, die in einer gemeinsamen Blase liegen. Daneben sind Zellkerne zu sehen (Nu).

Viele Grüße
Ole