ein guter Freund, auch Mikroskopiker, besitzt ein Aquarium mit einer Gesellschaft von Wildfängen einer südamerikanischen Buntbarsch Art ("Erdfresser"). In einem der beiden Aquarienfilter fand er nun eine Stentorpopulation deren Bestimmung uns etwas Kopfzerbrechen bereitet. Stentor Arten sind selten ungefärbt, doch einige Arten sind immerhin bekannt.
Die Kernfärbung erfolgte hier mit einer von mir entwickelten Fluorochromfärbung, die ich nun seit 2 Jahren erfolgreich zur Bestimmung einsetze. Typisch für die hier abgebildete Stentor spec. ist der perlschnurartige Macronucleus mit nur wenigen Kernfragmenten, die bei dem gefärbten Exemplar fünf Pakete zeigt. Mindestens sechs Micronuclei sind in meinen Aufnahmen zu finden für dieses Exemplar. Der Kern spräche für eine Art, die ebenfalls für den amerikanischen Kontinent nachgewiesen ist. Doch fehlen hier die Zoochlorellen. Etwas kurios erscheinen die in den Fluoreszenzaufnahmen sichtbaren Algen, auch diejenigen, die innerhalb der Zelle von einer autofluoreszierenden Hülle umgeben sind. Da Chlorophyll von dem verwendeten Fluoreszenzfilter gewöhnlich abgeschwächt wird, haben wir es hier wohl nicht unbedingt mit Chlorophyll zu tun, sondern eher mit gefressenen Blaualgen.
Gruß
Thilo
Abb. 1: Fluorochromierung der Nuclei: Fokus auf die unteren drei Nucleuspakete
Abb. 2: Fluorochromierung der Nuclei: Fokus auf zwei weitere Nucleuspakete in einer höheren Zellebene
Abb. 3: Im Detritus wühlend ein weiteres Exemplar (schiefe Beleuchtung)
Abb. 4: Fokusebene auf die Ciliatur (schiefe Beleuchtung)
Abb. 5: Fokusebene auf die unter der Pellicula liegende, hier spärliche Granula (schiefe Beleuchtung)
Abb. 6: Der Fokus auf das Zellinnere lässt aufgrund der vielen Organellen keine sichere Identifikation der Macronuclei zu (schiefe Beleuchtung)