Chaetonotus zelinkai aus fränkischem Niedermoor

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Ole
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Chaetonotus zelinkai aus fränkischem Niedermoor

#1 Beitrag von Ole » 21. April 2016, 17:46

Liebe Tümpel-Interessierte,

hier noch eine kleine Ergänzung meines vorigen Beitrags zum selben Habitat (http://www.mikro-tuemplerforum.at/viewt ... f=46&t=336). Inzwischen habe ich noch den elegant schwimmenden Chaetonotus zelinkai gefunden - eine offenbar anspruchslose Art, die in unterschiedlichen Lebensräumen vorkommt (Schwank 1990). Ich habe die Aufnahmen bewusst nicht geputzt, um noch ein wenig die "Tümpel-Stimmung" der Rohprobe zu erhalten. Gefunden haben ich dieses Exemplar zwischen Büscheln der Grünalge Draparnaldia glomerata (Da=Darm, Ph=Pharynx, Kc=Kopfcilien, Ez=Eizelle, Cst=Caudalstacheln).

Bild

Hier in gleitender Schwimmbewegung, auch mit Blick auf das ventrale Zwischenfeld (vZwf).

Bild

Zum Schluss die schönen, runden Dorsalschuppen mit zentralem Stachel sowie die Caudalstachel mit feiner Nebenspitze (Nsp).

Bild

Viele Grüße

Ole

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Monsti
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Re: Chaetonotus zelinkai aus fränkischem Niedermoor

#2 Beitrag von Monsti » 21. April 2016, 18:13

Hallo Ole,

vielen Dank für Deinen erneut wundervollen Beitrag! Sehr schön finde ich (auch bei Martin und Richard), dass Du die Fachbegriffe zu den verschiedenen Körperteilen lieferst.

Interessant, dass Du Ch. zelinkai als "offenbar anspruchslos" bezeichnest. Bisher fand ich diese vergleichsweise große Art immer nur in recht nährstoffarmen Gewässern. Allerdings gebe ich zu, dass ich auch eher selten Proben aus eutrophierten Gewässern hole.

Viele Grüße
Angie
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MartinKreutz
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Re: Chaetonotus zelinkai aus fränkischem Niedermoor

#3 Beitrag von MartinKreutz » 21. April 2016, 20:54

Hallo Ole,

ich habe schon mehrere Beiträge von Dir zu den Gastrotrichen gesehen, die Du immer sehr gründlich untersuchst. Dann kommt man auch mit der Bestimmung weiter. Die vorgestellte Art Chaetonotus zelinkai ist hier meine Haus- und Hof Art und ich finde sie sehr oft. Aber ich habe die Viecher noch nie so im Detail untersucht. Besonders das letzte Foto gefällt mir, wo man sehr schön die schildförmigen Schuppen erkennt und dem Stacher, der aus der Mitte entspringt. Benutzt Du zur Bestimmung auch den Schwank?

Martin

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Re: Chaetonotus zelinkai aus fränkischem Niedermoor

#4 Beitrag von Ole » 22. April 2016, 08:09

Hallo Angie und Martin,

vielen Dank für Eure Kommentare. Ja, zur Bestimmung habe ich auch den Schwank. Leider gibt es etwas Vergleichbares nicht für die marinen Gastrotrichen, die ich im Sandlückensystem finde. Da helfen dann Kontakte zu alten Kollegen und Instituten, die sich professionell mit diesen Organismen befassen.

Es ist interessant, dass Ihr Ch. zelinkai auch regelmäßig in moorigen, schwach eutrophierten Gewässern findet. Ich habe diese Art auch in sehr nährstoffreichen, landwirtschaftlich stark beeinflussten Gräben im Oldenburger Raum gefunden. Dann scheint Ch. zelinkai wohl wirklich ein Ubiquist zu sein.

@Martin: ja, die Aufnahme der Schuppendetails gefällt mir auch am besten. Dafür kam der Plan Apo 63/1,4 zum Einsatz, der leider einen minimalen Arbeitsabstand hat und nur bei sehr dünnen Präparaten sinnvoll genutzt werden kann. Damit habe ich im DIK bei Spirillen sogar Bakteriengeißeln in vivo erkennen können.

Beste Grüße

Ole

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