wie Gastronauta (membranaceus) zu seinem Namen gekommen ist (den ich oben hoffentlich richtig eingedeutscht habe …), ist mir leider unbekannt, aber dieser Ciliat passt als Vertreter der Cyrtophorida zu dem unlängst hier vorgestellten Trithigmostoma cucullulus. Ich habe Gastronauta bisher nur vereinzelt in einem Biotop in Bayern, einem stark eutrophierten Teich, vorgefunden. Meine Bilder dieses recht kleine Ciliaten (ca. 60x30µm) sind aus technischen Gründen leider suboptimal, aber da Gastronauta eher „selten“ anzutreffen ist, habe ich mich dennoch dazu entschlossen, meine Ergebnisse hier kurz vorzustellen. Falls jemand über passendes, zusätzliches Bildmaterial verfügt, würde ich mich sehr über eine ergänzende Präsentation freuen!
Gastronauta ist in etwa elliptisch bzw. leicht nierenförmig geformt und fällt durch seine große, „lineare“ Mundöffnung auf. Der Mund wird nach meiner Beobachtung unter dem Deckglas regelmäßig von der circumoralen Wimpernreihe verdeckt. Dieser „Vorhang“ besteht bei näherer Betrachtung aus teilweise miteinander verschmolzenen Cilien (=> „membranaceus“(?)). Ventral liegt in der Körpermitte ein wimpernfreies Areal („Glatze“, Unterscheidungsmerkmal zu G. clatratus).
Dorsal sind keine Wimpern zu erkennen, wohl aber zwei Dorsalbürsten(DB) (der zweite, randständige Taster ist auf meinem Bild nur "erahnbar"). Diagonal eingerahmt von den beiden kontraktilen Vakuolen (KV) liegt der Makronukleus (Ma), der seinerseits einen tropfenförmigen Nucleolus umschließt. Die uhrglasförmig (konkav) eingetiefte Ventralseite korrespondiert dorsal mit einem „Höcker“ (DH), der von einem Saum (Sm) umgeben ist.
Am stark gequetschten Exemplar wird der genaue Verlauf der Wimpernreihen sichtbar, die aber in der mit „µF“ bezeichneten Zone fehlen. Unterhalb des Makronukleus (Ma) liegt der Mikronukleus (Mi) mit den beiden Vakuolen (CV), eine davon mit Exkretionsporus (EP) (Mu= Mund).
Beste Grüße
Richard
(Verwendete Literatur: Foissner „Revision“ Band 1, S. 106 ff.)