Arbeiten mit dem Planktonnetz

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Monsti
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Arbeiten mit dem Planktonnetz

#1 Beitrag von Monsti » 13. Oktober 2015, 20:54

Hallo zusammen,

seit ungefähr einem Vierteljahr bin ich im Besitz eines solchen, aber vollkommen ungeübt damit.

Ich ziehe das Netz möglichst langsam durch das Wasser (ca. 10-40 cm Wassertiefe) und lasse alles nach vier bis fünf Durchgängen sacken. Nach einer kleinen Pause wiederhole ich diese Aktion nochmals drei bis vier Mal (immer mit den vorgenannten Pausen). Meine bisherigen Ergebnisse finde ich nicht befriedigend. Mache ich etwas falsch? Wie arbeitet Ihr mit dem Planktonnetz?

Fragende Grüße
Angie
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Re: Arbeiten mit dem Planktonnetz

#2 Beitrag von Ernst » 14. Oktober 2015, 16:42

Liebe Angie,
anders habe ich es auch nicht gemacht, meist sogar mit nur wenigen Zügen. Daß du so wenig Erfolg hattest, kann daran liegen, daß in Moorgewässern oft wenig Plankton im freien Wasser schwimmt. Welche Maschenweite hat dein Netz?
Viele Grüße
Ernst

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Monsti
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Re: Arbeiten mit dem Planktonnetz

#3 Beitrag von Monsti » 14. Oktober 2015, 18:04

Lieber Ernst,

zunächst vielen Dank für Deine Antwort! Fein, dass ich offenbar nichts falsch mache. Mein Planktonnetz hat eine Maschenweite von 65 µm. Damit fischte ich auch schon im eutrophen Wiesensee (zwischen St. Ulrich und Hochfilzen), und meine Ausbeute war ausgesprochen mager. :(

Herzliche Grüße
Angie
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Re: Arbeiten mit dem Planktonnetz

#4 Beitrag von Nostoc » 15. Oktober 2015, 07:59

Liebe Angie,
in meiner Schulzeit habe ich mir gelegentlich das Taschengeld durch das Fangen von Wasserflöhen als Fischfutter für Zoogeschäfte aufgebessert. Aus Erfahrung glaube ich zu wissen, dass es Stellen mit "dichten" und mit "dünnen" Planktonbeständen gibt. Hierfür mögen Faktoren wie die Strömung, die Sonneneinstrahlung, das Nahrungsangebot, die Tageszeit ("Wanderung" des Planktons) und die Windverhältnisse eine Rolle spielen.
Auf die Fangtechnik mit langsamen, schöpfenden Bewegungen wurde bereits hingewiesen. Für die Maschenweite der handelsüblichen Planktonnetze (25-100µm) ist das Wasser zu "zähflüssig" (Stichwort: Viskosität). Bei der Bewegung des Netzes entsteht eine "Wassersäule" vor der Netzöffnung, mit der das Wasser der Umgebung weggedrückt und verwirbelt wird ("Staudruck").

Ertragreiche Planktonfänge wünscht

Richard

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Re: Arbeiten mit dem Planktonnetz

#5 Beitrag von Lupo » 14. Oktober 2016, 15:18

Hallo, Angie.

Ich bin beim "Durchblättern" auf Deine "Klage" über das Planktonnetz gestoßen. Für die qualitative Probenentnahme gehe ich in meinem "Hausteich" (hoch eutroph) ähnlich wie Du und auch Ernst vor. Das Ergebnis ist jedes Mal reichlich. Ich fische aber immer an einer hellen Stelle. Wenn sich das Problem mit Deinem Netz nicht zwischenzeitlich gelöst hat, empfehle ich Dir die Schöpfmethode, die ich für die quantitative Probenentnahme anwende. Sie hat allerdings den Nachteil, daß man entweder Assistenz benötigt (Netz halten) oder aber das Netz an einem Stativ aufhängen muß. Jedenfalls wird jetzt mit einem Schöpfgerät (Eimer oder sonstiges) Wasser geschöpft und langsam durch das Netz gegossen. Die Menge ist beliebig. Zur Überprüfung reichen erst einmal 10 - 20 Liter. Wenn dann immer noch wenig Plankton enthalten ist, liegt das wahrscheinlich am Gewässer und Du mußt die Schöpfmenge steigern.

Ein Tipp noch zur Netzpflege: Nach jeder Benutzung von außen mit einer Handbrause abspülen. Es empfielt sich auch, nach mehrmaliger Nutzung das Netz in lauwarmem Wasser, dem etwas Spülmittel zugesetzt wurde, einzuweichen und anschließend wieder zu "duschen". Mein Netz ist schon etwas älteren Datums, funktioniert aber noch einwandfrei.

Schönen Tag noch

Lupo

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Re: Arbeiten mit dem Planktonnetz

#6 Beitrag von Monsti » 15. Oktober 2016, 21:15

Hallo Holger,

vielen Dank für Deinen Beitrag!

Inzwischen bin ich erfahrener und finde in passenden Biotopen auch recht viel - u.a. in unserem (leicht mesotrophen) Gartenteich. Hier siehst Du mich am Hasenbergweiher (Moor Paradieswiese, Kitzbühel):

Bild
Foto: Barbara Melkonian, Sept. 2016

Die Reinigung des Netzes erledige ich in unserer Regentonne, die das Regenwasser von unserem Kupferdach auffängt. Das minimal kupferhaltige Wasser reinigt hervorragend.

Wichtig auch noch ein Hinweis von Richard (Nostoc): Das Netz sollte man nicht in der prallen Sonne trocknen lassen, weil sich das Kunststoffnetz durch die UV-Strahlung auflöst bzw. es porös wird.

Gutenachtgrüße von
Angie
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