aufgrund der diesjährigen Trockenheit lag auch das Sumpfgebiet "verbrannte Maar" bei Bornheim seit Anfang Juni 2018 völlig trocken. Dementsprechend ungewöhnlich ist daher der Einsatz, Ciliaten in trockener Erde mit dem Klappspaten einzusammeln. Vergangene Woche habe ich nun zwei Erdschollen von ca. 8 cm Dicke ausgestochen. Das Erdreich war, trotz der Regenfälle der Vortage, 3 cm unterhalb der Oberfläche immer noch knochentrocken. Die beiden ausgestochenen Erdschollen wurden jeweils in ein 10l Aquarium im Labor und in einen Eimer im Hof verbracht und mit Osmosewasser rehydriert. Nun wird mikroskopisch wöchentlich die Sukzession begutachtet.
Nach einer Woche habe ich gestern und heute Proben mikroskopiert. Wie erwartet gehören zwei typische Arten von Gastrotrichen zu den vorgefundenen Erstbesiedlern. Sie vermehrten sich über Nacht sogar unter dem Deckglas.
Heute hatte ich Glück beim Durchmustern einer Probe. So fand ich ein Ei eines Gastrotrichen, in dem sich das Jungtier bereits bewegte. Etwa eine Stunde musste ich warten, bis ich den Schlupf beobachten konnte. Polaufnahmen der von Michael aktuell beschriebenen "Darmkörper" drehen die Polarisationsrichtung bei Beobachtung mit gekreuzten Polfiltern (Abb. E, Filterstellung 90° ohne Abbildung) und zeigen zudem Autofluoreszenz (ohne Abbildung). Noch während ich die Polaufnahmen erstellte, hat sich das Jungtier zum Schlupf bereit gemacht. Bei mir verkrümmte sich das Jungtier nicht s-förmig, aber eine Lageveränderung vor dem Aufbrechen der Eihülle war zu beobachten, während ich noch die Polaufnahmen anfertigte (vgl. Abb. A, B und E).
A: Blick in das Ei
B: Das Ei ist bereits aufgebrochen
C: Das Jungtier verlässt das Ei
D: Das Jungtier kriecht noch eine Weile auf dem Ei herum
E: Polaufnahme der Darmkörperchen (Filter ca. 70° gegeneinander gekreuzt)
F: Fokus auf die Schuppen
G: Adultes Tier
Viel Spaß beim betrachten.
Und, ... Michael, Dein Video ist toll! Ich will das mal bei den Cysten der Ciliaten versuchen.



