Am vergangenen Wochenende habe ich ein kleines Niedermoor in der Nähe von Würzburg besucht und Proben genommen. Um alte Halme herum wuchs in gallertigen Büscheln die kaltes Wasser liebende Grünalge Draparnaldia glomerata. Das flache Wasser war praktisch gänzlich klar. Mit einem Schöpfbehälter habe ich einige Proben vom lockeren Sediment aus ca. 30 cm Tiefe genommen und unter dem Bino in Petrischalen ausgelesen. Das Sediment bestand im Wesentlich aus Pflanzenresten in unterschiedlichen Stadien der Zersetzung. Neben auffälligen Turbellarien – die ich noch nicht näher untersuchen konnte – habe ich auch einige interessante Gastrotrichen gefunden, die ich hier vorstellen möchte.
Chaotonotus (Zonochaeta) spec. fiel in der Petrischale durch die eleganten, gleitenden Bewegungen am Boden auf. Die schlanke Art erreicht eine Rumpflänge von ca. 175 µm und trägt in der Rumpfmitte einen charakteristischen Gürtel von stark verlängerten dorsalen Stacheln, die distal zwei Spitzen aufweisen. Die dorsalen Rumpfschuppen sind elliptisch mit einem medianen Kiel (rechte Teilabbildungen oben und unten, unterschiedliche Fokusebenen, Ez=Eizelle, Ph=Pharynx, Da=Darm, Cst=Caudalstachel).

Chaetonotus (Hystricochaetonotus) persetosus ist ein kleiner, gedrungener Gastotrich (gut 100 µm Rumpflänge), der wie alle Vertreter dieses Formenkreises lange Dorsalstacheln trägt, die sich weit über die Rumpfkontur erheben und die von einer dreilappigen Basisschuppe ausgehen. Das abgebildete Exemplar zeigte mit der Ventralseite nach oben, so dass mit der Ölimmersion die winzigen, nur wenige µm langen Schüppchen des ventralen Zwischenfeldes gut zu dokumentieren waren (vlSst=ventrolaterale Schuppenstachel, SvZf=Schuppen des ventralen Zwischenfeldes, Ph=Pharynx, Ez=Eizelle, Da=Darm, dSst=dorsaler Schuppenstachel)

Chaetonotus (Hystricochaetonotus) persetosus lässt sich u.a. an der typischen Anordnung der kleinen caudalen Rumpfschuppen (cRs) und den Terminalplatten (Tpl) mit feinem Dornfortsatz erkennen. Die Schuppenstachel (Sst) gehen von einer Basisschuppe (Bs) aus und zeigen eine subterminale Nebenspitze (Nsp).

Zwischen den Detritusflöckchen in der Petrischale im freien Wasser fand ich ein Exemplar des hemiplanktischen Gastrotrichen Dasydytes cf. ornatus. Leider lag das Exemplar etwas ungünstig in Seitenlage, so dass ich die schöne Symmetrie der abspreizbaren Sprungstachelgruppen nicht darstellen konnte. Eine mächtig entwickelte Eizelle (und weitere, reifende Eizellen) dehnen den Rumpf erheblich (Ph=Pharynx, Da=Darm, Ez=Eizelle, Nsp=Nebenspitze).

Ich merke, dass ich die Bilder eigentlich gerne ein wenig kleiner haben würde - so wichtig sind sie auch nicht. Mache ich das über das Pixelmaß in PS? Welche Größe würdet ihr empfehlen?
Danke und viele Grüße
Ole