Mein BX 50 und Umgebung

Hier geht es um unsere Arbeitsgeräte, deren Wartung und Ausbau sowie um optische Details (z.B. Kontrastverfahren)
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MartinKreutz
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Mein BX 50 und Umgebung

#1 Beitrag von MartinKreutz » 4. April 2016, 16:45

Liebes Forum,

ich möchte hier mein Mikroskop und Ausrüstung kurz vorstellen. Ich arbeite mit einem Olympus BX 50. Das gute Stück ist jetzt in seinem 20. Jahr und hat einige Betriebsstunden runter:

Bild

Ich habe mich damals für das BX50 entschieden (was gerade neu auf dem Markt war, als Konkurrenzmodell zum Zeiss Axioskop), da mich der kontrastreiche DIK überzeugt hat und die ergonomische Bedienung. Ich habe mir die U-PlanFl Objektive 4X, 10X, 20X, 40X und 100X gekauft, weil dies meiner Ansicht nach ein idealer Kompromiss zwischen Kontrast, Lichtstärke, Bildfeldebnung und Farbkorrektur war. Ich bin auch heute noch sehr zufrieden mit meiner Wahl und habe mir danach nur noch das 60X/0.9 PlanApo dazu gekauft:

Bild

Natürlich wollte ich fotografieren und filmen. Als Tümpler kommt man um einen Blitz nicht herum. Dafür hat mir Jürgen Stahlschmidt einen Doppelkollektor gebaut, den ich auch heute noch nutze. Darin steckt ein umgebauter Olympus FL-36 Blitz:

Bild

Wie man den FL-36 umbaut, damit er am Mikroskop mitspielt, habe ich zusammen mit Max Miller im Mikrokosmos beschrieben (Mikrokosmos 97, Heft 3, 2008, S. 158). Aus Platzgründen habe ich den Blitz hinter dem Mikroskop aufgehängt, was sehr praktisch ist, weil er sich so auch gut von vorne erreichen und einschalten lässt.

Zum fotografieren habe ich zuerst mit einer Olympus OM-2n gearbeitet. Mein digitales Zeitalter begann 2008 als ich auf eine Olympus E-400 umgestiegen bin. Seit 3 Jahren benutze ich eine Olympus E-P1, die über den Ergo-DSLR Kameradadpter von Gerd Günther mit dem Mikroskop verbunden ist:

Bild

Mit dieser Kombination bin ich sehr zufrieden, insbesondere was die Fotografie von schnellen Objekten angeht. Dies ist mir besonders wichtig. Da ich das voll korrigierte Zwischenbild nutze, sind die Blitzzeiten auch sehr kurz. Dies funktioniert auch sehr gut mit dem 100X Objektiv, welches ich fast ausschließlich verwende.

Hier noch ein Bild von meinem Arbeitsplatz. Als Tümpler benötige ich vergleichweise wenig Materialien:

Bild

Eigentlich sind es nur Pipetten und Pinzetten. Die Petrischalen, die auf dem Bild zu sehen sind, nutze ich für Mikroaquarien die ich "quick and dirty" in großen Mengen anlege. Ich platziere einfach einen Wattepad in die untere Schale, tränke es mit Wasser, lege den präparierten Objekträger direkt auf den nassen Pad und verschließe es. Funktioniert aus meiner Erfahrung sehr gut mit geringem Aufwand.

Viel Spass beim anschauen!

Martin

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Monsti
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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#2 Beitrag von Monsti » 4. April 2016, 19:12

Hallo Martin,

danke, dass Du Deinen Arbeitsplatz vorgestellt hast! Es ist immer wieder spannend, die Arbeitsweise anderer Tümpler zu sehen. Dem letzten Foto entnehme ich, dass Du sehr viel zuvor isolierst oder auch präparierst, ehe Du Fotos machst. Das ist schon ein recht großer Aufwand. Diesbezüglich ist meine "laienhafte" Arbeitsweise natürlich ganz anders. Ich untersuche stets direkt aus der gesammelten Probe und fotografiere sie in dem so gewonnenen Präparat auch.

Es ist im übrigen eine gute Idee, dass wir hier unsere Arbeitsplätze vorstellen. Ich werde dies demnächst wohl auch tun.

Viel Grüße
Angie
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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#3 Beitrag von Rupert Lenzenweger » 7. April 2016, 21:26

Hallo Martin,
Gratulation zu Deiner Ausrüstung! Da bin ich mit meinem Mikroskop weit abgeschlagen.
Wünsche Dir weiterhin viel Freude damit.
Freundliche Grüße
R. Lenzenweger
Freundliche Grüße
Rupert

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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#4 Beitrag von Monsti » 9. April 2016, 18:48

Lieber Martin,

Du schreibst:
Als Tümpler kommt man um einen Blitz nicht herum.
Kommt es nicht auch darauf an, welchen Schwerpunkt man hat? Dass Du, der viel Ciliaten und andere sich schnell bewegende Organismen zeigt, einen Blitz benötigst, verstehe ich natürlich sofort. Auch Michael Plewka wird nicht ohne Blitz auskommen. Mich hingegen interessieren vor allem Desmidiaceen und Testaceen, die sich nicht bzw. nur langsam bewegen. Ist bei diesen Schwerpunkten wirklich ein Blitz erforderlich? Falls ja: Welche Vorteile hätte ich?

Danke für eine Antwort und herzliche Grüße
Angie
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MartinKreutz
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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#5 Beitrag von MartinKreutz » 22. April 2016, 21:01

Hallo Angie,

tut mir leid, ich habe Deine Frage erst jetzt gesehen! Wenn Du nur Algen oder sonstige unbewegliche Objekte fotografierst, ist der Blitz natürlich nicht notwendig. Aber zum einen stellst Du ja auch oft Bilder von beweglichen Objekten ein und zum anderen schaltet der Blitz jegliche Vibrationen in Deinem System komplett aus! Ich weiß, wovon ich rede, denn zu meinen analogen Zeiten mit der Olympus OM-2n hatte ich ständig Probleme mit verwaschenen Bildern, bedingt durch die Spiegel- und Verschlußschwingung. Gut, das haben die Digicams nicht mehr und ich kann es auch tatsächlich nicht beurteilen, ob Algenbilder, welche mit einer Digicam aufgenommen werden, tatsächlich schärfer oder unschärfer werden, wenn man sie mit oder ohne Blitz fotografiert. Um diese Frage zu klären reicht es aus, einfach ein Testpräparat (Diatomee) ohne Blitz zu fotografieren. Sind alle Strukturen zu sehen, brauchst Du auch keinen Blitz. Du fotografierst doch am liebsten mit einem 25X Objektiv, soweit ich weiß!? Dafür gibt es doch bestimmt auch eine Testdiatomee, die dieses Objektiv aufdröseln sollte. Wenn das ohne Blitz klappt, brauchst Du auch keinen.

Martin

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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#6 Beitrag von Monsti » 23. April 2016, 19:18

Hallo Martin,

bei meinen "Rohbildern" (sind keine, da ich mit jpg-Fotos arbeite) nerven mich eigentlich nur die Kontrastarmut und der sehr inhomogene Hintergrund, die eine intensivere Bildbearbeitung erforderlich machen. Würde sich das durch den Einsatz eines Blitzes ändern?

Dazu mache ich gerne auch einen neuen Faden auf, um denen Faden nicht zu stören.

Liebe Grüße
Angie
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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#7 Beitrag von SNoK » 16. Oktober 2020, 23:11

Ich habe mal eine - vermutlich - ganz naive Frage. Seit ich blitze, muss ich das mit 1/160 machen, wegen der Verschlusszeit. Warum werden dann die Bilder dennoch schärfer als bei einem Tausendstel ohne Blitz? Anbei ein Bild mit Blitz.

Stephan
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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#8 Beitrag von paramecium » 27. Oktober 2020, 21:36

Hallo Stephan,

in Unkenntnis Deines Mikroskops und Deiner Blitzeinrichtung setze ich hier voraus, dass der Blitz sein Licht zusätzlich zum Mikroskopierlicht liefert, was beispielsweise beim Einspiegeln des Blitzes mit Einrichtungen der Fall ist, wie sie etwa unser Kollege Jürgen Stahlschmidt vorgeschlagen hat.

Die Verschlusszeit der Kamera spielt beim Blitzen keine Rolle mehr. Vielmehr übernimmt nun der Blitz die Beleuchtung Deines Präparats. Je nach Typ des Blitzgeräts ist die Dauer der Beleuchtung durch den Blitz erheblich kürzer als die längere Verschlusszeit. Typischerweise entspricht die Entladung in der Blitzröhre eines modernen Elektronenblitzgeräts und damit die Dauer der Beleuchtung eines Elektronenblitzgeräts etwa 1/8000 s oder kürzer. Dies setzt jedoch voraus, dass die mikroskopische Grundbeleuchtung keinen wesentlichen Beitrag während der mechanischen Verschlusszeit liefert und ferner, dass die Optik der Blitzeinsteuerung das Licht gut in der Apertur des Objektivs einkoppelt um dieses bis zum Rand gleichmäßig auszuleuchten. Das bedeutet auch, dass der Kondensor mitspielen muss. Der Blitz muss ferner die wesentliche Lichtenergie liefern und nicht das dauerhafte Mikroskopierlicht. Ist nur eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, etwa die gleichmäßige Ausleuchtung der Austrittspupille des Objektivs, bringt der Blitz rein gar nichts, weil die hohe Auflösung und Bildschärfe nicht gegeben sind.

Je nach mechanischer Belastbarkeit des Mikroskops kann das schon deswegen bedeuten, dass der mechanische Verschluss das Bild durcheinander wirbelt und die Blitzdauer dem entgegen wirkt.

Ich persönlich konnte bei meinem modernen und schweren Stativ meines Zeiss AxioLab.A1 bisher nicht feststellen, dass der mechanische Verschluss der beiden bisher benutzten Canon Kameras, der EOS 60D oder EOS 77D, zu einer Bewegung der Individuen im Präparat führte und damit eine Unschärfe bewirkt hätte. Deren Shutter bewirkt, wenn überhaupt erst nach dem Schließen eine gefühlt sichtbare Bewegung. Moderne Shutter sind mechanisch so balanciert, so dass die beweglichen Massen während der Belichtung ausgeglichen sind und bestenfalls nach der Belichtung ein Effekt eintritt, wenn der mechanische Verschluss wieder in seine Ausgangsposition springt. Bei ähnlich großen, schweren und älteren Mikroskopen anderer Kollegen haben wir solche Erfahrungen bislang auch nicht machen dürfen. Jedoch kann der mechanische Verschluss bei labilerem Aufbau etwa an einem kleineren und fragilen Zeiss Standard der Endlich-Serie je nach Art der Adaption schon Erschütterungen auslösen. Verschiedene Mikroskopiker machen daher unterschiedliche Erfahrungen mit ihren verschiedenen Kameras und Mikroskopen (was oft nicht an der Kamera liegt).

Manche moderne Kamera regelt die Verschlusszeit inzwischen auf Wunsch das Anwenders sogar voll elektronisch, so dass der mechanische Verschluss gar nicht mehr zum Einsatz kommt. Das ist etwa bei der Canon EOS 90D der Fall, bei der man rein elektronische Verschlusszeiten wählen kann. Ich habe mit einem Freund, der ein älteres Zeiss Axioplan einsetzt, durch Einsatz einer Blitzeinrichtung hier keinen spürbaren Vorteil mehr feststellen können. Lediglich den Wimpernschlag von Ciliaten kann man eventuell durch die kurzen Belichtungszeiten begegnen. Auch hier habe ich mit einem Stahlschmidt'schen Blitzwürfel an einem Axioplan keinen Vorteil in den Aufnahmen erkennen können, gegenüber ungeblitzten Aufnahmen. Hier hängt jede Verbesserung nur noch von der Qualität der Abbildung mit dem eingesetzten Objektiv ab.

Meine eigene Erfahrung ergab einen viel größeren Gewinn an Bildschärfe durch die Wahl moderner Wasserimmersionobjektive am gleichen Mikroskop - ohne Blitzeinrichtung. Ich setze seit Jahren auf eine sehr intensive LED Beleuchtung, mit der ich Belichtungszeiten von nur 1/800s an meinem Mikroskop realisiere, mit dem rein mechanischen Verschluss meiner Canon EOS 77D. Die Kamera wird bei mir über einen Fußschalter ausgelöst und nicht mit der Hand am Mikroskop durch einen Fernauslöser oder Bedienen eines Laptops am gleichen Arbeitstisch. Das kann auch einiges bewirken, da Schwingungen durch Handbewegung und mechanische Entkopplung von Auslöser und Mikroskoptisch ausgeschlossen werden.

Blitzen bewirkt offenbar nur dann signifikante Verbesserungen, wenn man über kürzere Belichtungszeiten jenseits einer 1/200 Sekunde diskutiert. Das hängt hier aber auch von der Bewegungsgeschwindigkeit der Organismen ab. Ein Cyclidium sp. oder Halteria sp., zwei Gattungen der Ciliaten, die kurzfristige im Sprung extrem hohe Geschwindigkeiten im Präparat erreichen, wird man man mit kaum einer Belichtungszeit in diesem Moment befriedigend scharf abbilden.

Wenn man Dinge verändert und bewertet, muss man daher auch andere Dinge berücksichtigen, die verändert wurden, etwa der Einsatz eines modernen Objektivs, das schärfer und kontrastreicher zeichnet alleine durch eine über die Jahrzehnte optimierte und verbesserte Optik - oder durch den Einsatz eines Fußschalters anstelle eines Handauslösers mit der auf dem Tisch aufgestützten Hand am Fokusrad.

Meine Lösung des Problems ist die Suche nach einem geeigneten Objektiv und der Einsatz eines Fußschalters. Das funktioniert bei mir hervorragend, obwohl ich mein Mikroskop oft unterwegs auf Treffen auf den wackeligsten Tischen im Einsatz habe. Eine weitere Verbesserung lieferte die Erfahrung, nämlich den Wimperschlag der Ciliaten zu bewerten und im richtigen Moment auszulösen in dem die wechselnde Cilienbewegung umkehrt - ein Moment ohne Bewegung - oder die richtige Lage des Ciliaten im Moment der Belichtung, so dass die wesentlich beobachteten Cilien mit dem Gradienten des DIC oder der schiefen Beleuchtung einen optimalen Kontrast liefern. Liegen die abzubildenden Strukturen etwa in Richtung des Gradientenverlauf des DIC, wird der DIC einem nichts nützen.

Heute weiß ich, dass Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist, außer durch noch mehr Erfahrung beim Fotografieren und die beste Optik, die man für Geld kaufen kann. Das war mir als Physiker mit Spezialgebieten der hochauflösenden, angewandten Optik aber eigentlich schon lange klar.

Einen Vorteil bietet das Blitzen jedoch: Die hohe intensive Lichtenergie wird nur in einem kurzen Moment abgegeben. Hohe dauerhafte Lichtenergie schädigt jeden Organismus. Nicht selten werden Einzeller durch die hohe Lichtenergie eines Mikroskops abgetötet, vor allem mit modernen LED Licht, das einen hohen Blauanteil besitzt. Das ist beileibe kein Schönreden alter Halogenbeleuchtungen, im Gegenteil. LED Licht bietet für moderne Digitalkameras Vorteile eines ausgewogeneren Lichtspektrums und eines besseren Signal-Rauschverhältnis in allen drei Farbkanälen einer Digitalkameras - gegenüber dem rotstichigen Licht veralteter Halogenlampen. Geringe Lichtenergien und kurze Bestrahlungszeiten schonen viele labile und lichtempfindliche Organismen, was auch bei der Fluoreszenz von Vorteil ist. Daher muss man beispielsweise bei vielen empfindlichen Ciliaten sehr vorsichtig mit der Dosierung des Lichts sein. Man sollte die gewaltige Lichtenergie im Fokus eines modernen Lichtkondensors eines Mikrokops nicht unterschätzen. Man bemerkt es schon daran, dass die Organismen versuchen aus dem Bereich des Kondensorlichts zu fliehen.

Viele Grüße

Thilo

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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#9 Beitrag von SNoK » 27. Oktober 2020, 22:54

Lieber Thilo,

danke für Deine ausführliche Antwort (mal kein Bewusstsein bei Einzellern). Das war auch meine Vermutung, dass der Blitz wesentlich kürzer belichtet als die Verschlusszeit. Mein Mikroskop habe ich übrigens ausführlich in diesem Forum vorgestellt, da kannst Du reinschauen (Du hattest, glaube ich, sogar drauf geantwortet). Es ist ein Leica DMRB. Die Blitzeinrichtung hat mir Jürgen (Stahlschmidt) angepasst, auf der Basis einer alten Leitz-Anlage. Kannst Du auch auf dem Foto sehen. Der Blitz wird mit 75% eingespiegelt, 25% sind Restlicht aus dem Lampenhaus. Als Kamera verwende ich eine spiegellose Sony alpha 6500, auslösen tue ich auch per Fuß. Mein Blitz ist ein älteres Canon Speedlight, das aber gut mitspielt. Den Blitz habe ich übrigens auf die geringste Helligkeit gestellt, ich glaube 1/32stel oder 1/64stel.

Ich habe bei mir schon den Eindruck, dass die geblitzten Bilder wesentlich besser werden als die ungeblitzten. Ich habe 12V 100W Halogen. Wasserimmersion habe ich nur am Lomo Biolam, aber das ist natürlich nicht mit dem Leica vergleichbar.

Aber danke noch mal für die Tipps
Stephan



P. S.: Gestern habe ich übrigens per Zufall erfahren, dass mein Nachbar, der bei Continental arbeitet, das Labor voll mit Leica Mikroskopen hat. Er hat mir auch angeboten, mal rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen zu machen,

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Re: Mein BX 50 und Umgebung

#10 Beitrag von paramecium » 27. Oktober 2020, 23:15

Kein Wunder. Der Unterschied zwischen 1/160 s und der Blitzdauer von 1/8000 s ist, wie gesagt, schon signifikant. Oberhalb von 1/400 s wird es meiner Erfahrung nach dünn, die Vorteile zu diskutieren. Da spielen zu viele Faktoren hinein, um einen einzigen Effekt auszumachen.

PS: Vor der Elektronenmikroskopie käme mir noch die Gen-Sequenzierung in den Sinn.

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