Schwemm-Nachschlag: Micrasterias jenneri

Joch- und Zieralgen sowie Fädchengrünalgen
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Monsti
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Schwemm-Nachschlag: Micrasterias jenneri

#1 Beitrag von Monsti » 7. Oktober 2015, 18:44

Liebe Desmidiaceenfreunde,

lange hatte ich in den Schwemm-Proben danach gesucht, und heute wurde ich endlich fündig! :D Meine Freude über diesen Fund möchte ich gerne mit Euch teilen.

Bild
Micrasterias jenneri RALFS

Micrasterias jenneri ist ca. 150-180 µm lang und ca. 100-130 µm breit. Typisch ist auch eine leichte Olivtönung (ähnlich wie z.B. bei Euastrum ventricosum). Während diese Art für das bayerische Alpenvorland häufiger belegt ist, gilt die Schwemm bisher als einziger gesicherter Fundort in Österreich.

Quellen:
LENZENWEGER, R. (1996): Desmidiaceenflora von Österreich, Teil 1, S. 104 f. + Tafel 16, Nr. 7. - Berlin, Stuttgart.
LENZENWEGER, R. (2000): Vorläufiges Ergebnis der Untersuchungen zur Zieralgenflora der Schwemm bei Walchsee in Nordtirol, S. 53 f. - Ber. nat.-med. Verein Innsbruck, Bd. 87: 41-66.
http://www.desmids.nl/maand/english/mic ... nneri.html

Herzliche Grüße
Angie
Der das Kleine in Ehren hält, ist des Großen umso würdiger. (Sprichwort)

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Re: Schwemm-Nachschlag: Micrasterias jenneri

#2 Beitrag von Nostoc » 8. Oktober 2015, 08:21

Liebe Angie,

Glückwunsch, der Fund einer "neuen" Micrasterias ist immer ein schönes Erlebnis !
Wenn man Deine vielfältigen Funde betrachtet, dann scheint die Schwemm ein wahres Zieralgenfüllhorn zu sein. Ich freue mich deshalb schon sehr auf den Besuch der Schwemm im Rahmen des nächsten Pillerseetreffens ! Es ist großartig, dass Du in der österreichischen "Moorszene" mittlerweile so gut vernetzt bist und eine Erlaubnis für eine Begehung erhalten konntest.

Viele Grüße


Richard

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Monsti
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Re: Schwemm-Nachschlag: Micrasterias jenneri

#3 Beitrag von Monsti » 9. Oktober 2015, 18:59

Lieber Richard,

stimmt, die Schwemm ist bezüglich der Zieralgenflora in ganz Österreich einzigartig - nicht nur, weil es dort extrem seltene Arten gibt, sondern auch aufgrund der Artenvielfalt. Immerhin beherbergt dieses Moor mindestens 340 verschiedene Taxa. Im ebenfalls besonders artenreichen Gieringer Moor bei Kitzbühel konnten Rupert Lenzenweger und ich "nur" 157 Taxa finden, d.h. nicht einmal die Hälfte dessen, was die Schwemm bietet. Allerdings wurden bei der letzten Untersuchung der Schwemm auch viele Varietäten berücksichtigt --> STASTNY, J. & LENZENWEGER, R. (2008): Ein Nachtrag zur Zieralgenflora (Desmidiales, Zynematophyceae) der Schwemm bei Walchsee in Nordtirol (Österreich). - Phyton (Horn, Austria), 48 (1): 37-49.

Übrigens erhielt ich vom Naturschutzamt Tirol die Information, dass eine Begehung zu Fuß keinen "naturschutzrechtlichen Bewilligungstatbestand" erfüllt und daher auch keiner naturschutzrechtlichen Genehmigung bedarf. Dennoch erhielt ich die Weisung, vor der ersten Begehung die Schutzgebietsbetreuerin Manuela Kalkhauser zu kontaktieren. Manu ist auch wirklich sehr hinterher. Wer "einfach so" ins Moor marschiert, wird von ihr sofort zur Rede gestellt. Das ist auch gut so. Bei der Begehung im Rahmen des Pillerseetreffens möchte Manu unbedingt dabei sein - nicht zwecks Kontrolle, sondern aufgrund ihres Interesses an dem, was wir tun.

Bis morgen grüßt Dich
Angie
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