ich habe bei dieser Spezies etwas Mühe sie zu bestimmen. Ich fand bisher nur zwei Exemplare in der Probe, von der ich nur einige wenige Aufnahmen erstellen konnte. Die Körperlänge der beiden Exemplare beträgt 150-160 µm.
Edit: Hier noch einige ausführlichere Beobachtungen.
Die Individuen wurden zwei Tage nach Wässerung einer Bodenprobe eines Sumpfes in der Region gefunden. Von den beiden fotografierten Individuen ist nach 24 Stunden in feuchter Kammer eines entweder nachts aus einer Cyste entstiegen oder es handelt sich um die beiden Tochterzellen des gleichen am Vorabend gefundenen Exemplars nach dessen Teilung. Das Peristom zieht sich nur bis zur Körpermitte und erscheint bei beiden Individuen nahezu gerade, am Zellmund abgebogen, wie es eigentlich für Blepharisma typisch wäre. Die Cilien am Peristom erscheinen bereits bei mittlerer Vergrößerung (40x) deutlich aufgefasert (oben rechts). Etwa 10-12 dorsale Rippen mit Cilienreihen sind deutlich ausgeprägt, wie bei entsprechender Fokuslage im unteren Bild zu sehen ist. Es existiert nur ein Makronucleus, welcher in Fluoreszenz gut gefärbt erscheint (Acridinorange, Hoechst 33342). Definitiv fehlt die bei Kahl beschriebene rote Färbung oder überhaupt eine Farbe. Eher erscheinen die Individuen transparent bräunlich. Neben dieser bislang unbekannten Spezies, die ich nun im Juni fand, wurden im Winter bisher Sp. ambiguum und Sp. minus gefunden. Im Gegensatz zu Spirostomum ist die hier abgebildete Art nicht schreckhaft oder kontraktil, aber recht flexibel, wenn sie sich um Detritus windet. Die kontraktilen Spirostomum Arten zeigen bei Kontraktion auch eher ein spiraliges Peristom. Die frei schwimmende, nicht gepresste Form ist oben links abgebildet. Die typische lanzettförmig bis rechteckig erscheinende Körperlinie von Spirostomum fehlt.
Bislang kommt von der Körperform am ehesten Blepharisma sp. in Frage. Jedoch fehlt den Individuen die Färbung, weder rot, noch blau. Eventuell käme Pseudoblepharisma crassum in Betracht (Kahl, 1932). Diese Art beschreibt Kahl jedoch als größer (200 µm) und zeichnet das Hinterende mit rechteckigem Körperumriss. Die hier abgebildete Art hat eine Verdickung zur Körpermitte und ein eher rundlich bis spitz zulaufendes Hinterende mit einer großen pulsierenden Vakuole. Die vergleichsweise längeren Cilien am Peristom der abgebildeten Art hätte Kahl wohl dargestellt.
Edit: Titel geändert. Siehe folgender Beitrag.

Edit: Betreff angepasst.
