Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
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MartinKreutz
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Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
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Nostoc
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Re: Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
Hallo Martin,
Du zeigst traumhafte Aufnahmen eines Ciliaten, so wie ich ihn bisher nur in einer Petrischale unter dem Stemi „schematisch“ bewundern konnte. Schon die Darstellung eines Details wie der Mundöffnung ist bei diesem agilen Bewegungskünstler nach meiner Erfahrung eine heikle Angelegenheit. Aber Deine Fotos des nicht kontrahierten Pseudomonilicaryon anser spielen hinsichtlich der Wahl des perfekten Aufnahmezeitpunkts in einer ganz anderen Liga !
Zur Technik habe ich zwei „profane“ Fragen:
-Sind die Aufnahmen der ersten Bildreihe (drei Übersichtsaufnahmen) wirklich mit einem 40x Objektiv aufgenommen worden ?
Ich frage deshalb, weil bei meinem Mikroskop die Bilddiagonale mit einem 40x Objektiv nur ca. 350µm beträgt.
-Hast Du für die Bilder eine „Planktonkammer“ (Objektträger für ein Umkehrmikroskop) verwendet oder das Deckglas durch „Wachsfüßchen“ geringfügig angehoben ?
Beste Grüße
Richard
Du zeigst traumhafte Aufnahmen eines Ciliaten, so wie ich ihn bisher nur in einer Petrischale unter dem Stemi „schematisch“ bewundern konnte. Schon die Darstellung eines Details wie der Mundöffnung ist bei diesem agilen Bewegungskünstler nach meiner Erfahrung eine heikle Angelegenheit. Aber Deine Fotos des nicht kontrahierten Pseudomonilicaryon anser spielen hinsichtlich der Wahl des perfekten Aufnahmezeitpunkts in einer ganz anderen Liga !
Zur Technik habe ich zwei „profane“ Fragen:
-Sind die Aufnahmen der ersten Bildreihe (drei Übersichtsaufnahmen) wirklich mit einem 40x Objektiv aufgenommen worden ?
Ich frage deshalb, weil bei meinem Mikroskop die Bilddiagonale mit einem 40x Objektiv nur ca. 350µm beträgt.
-Hast Du für die Bilder eine „Planktonkammer“ (Objektträger für ein Umkehrmikroskop) verwendet oder das Deckglas durch „Wachsfüßchen“ geringfügig angehoben ?
Beste Grüße
Richard
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MartinKreutz
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Re: Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
Hallo Richard,
daran erkennt man den aufmerksamen Leser! Du hast absolut recht, meine Bildbeschriftung war nicht korrekt! Auch bei mir ist die Bilddiagonale beim 40X Objektiv ca. 320 µm. Tatsächlich sind die Übersichtsaufnahmen mit dem 20 X Objektiv aufgenommen worden. Außerdem habe ich gleich noch einen zweiten Fehler bemerkt, weil ich in der Bildbeschriftung immer "Pseudomonilikaryon" geschrieben habe, anstatt "Pseudomonilicaryon". Vielen Dank für den Hinweis! Ich habe bereits alles korrigiert.
Was den richtigen Aufnahmezeitpunkt für solche Objekte angeht, so bin ich auch nicht schneller als andere und sicher langsamer als manch jüngerer Mikroskopiker. Ich gleiche dies aus durch die geringe Auslöseverzögerung meiner aktuellen Olympus E-P5 aus (nur 0, 1 sec.) und durch Materialschlacht. Ich habe gerade in meinem Fotoprotokoll mal nachgeschaut, wie viele Fotos ich machen musste, um die ersten 3 Bilder im Beitrag zu knipsen. Es waren 76! Bei manchen Objekten brauche ich auch wesentlich mehr. Für mich hat die Digitalkamera erst den Zugang zu solchen Objekten ermöglicht.
Meine Mikroaquarien lege ich viel profaner an. Ich gebe ca. 0,5 ml Probe auf einen Objektträger, lege das Deckglas auf und lege es in eine Feuchte Kammer. Die besteht aus einer Plastik-Petrischale, in die ich ein Kosmetik Wattepad lege und welches ich mit Wasser tränke. Der Objektträger wird direkt auf das klatschnasse Wattepad gelegt. Deckel drauf, fertig. Davon lege ich aber immer recht viele an (5-10 von jeder Probe). Nicht in jedem Mikroaquarium entwickelt sich was. Bei vielen ist zuviel Detritus mit drunter, so dass die Schichtdicke beim langsamen verdunsten nicht weiter sinkt. Ich kontrolliere die Objektträger jeden Tag und verwerfe all die, welche nichts bringen. Es bleiben aber meist immer 2-3 übrig, wo die Schichtdicke durch mit eingeschlossenen Detritus oder Algenfäden einen "guten" Wert annimmt und wo sich noch ein paar Viecher vermehrt haben. Ich gehe also auch hier ehr mit Materialschlacht vor.
Schönen Abend!
Martin
daran erkennt man den aufmerksamen Leser! Du hast absolut recht, meine Bildbeschriftung war nicht korrekt! Auch bei mir ist die Bilddiagonale beim 40X Objektiv ca. 320 µm. Tatsächlich sind die Übersichtsaufnahmen mit dem 20 X Objektiv aufgenommen worden. Außerdem habe ich gleich noch einen zweiten Fehler bemerkt, weil ich in der Bildbeschriftung immer "Pseudomonilikaryon" geschrieben habe, anstatt "Pseudomonilicaryon". Vielen Dank für den Hinweis! Ich habe bereits alles korrigiert.
Was den richtigen Aufnahmezeitpunkt für solche Objekte angeht, so bin ich auch nicht schneller als andere und sicher langsamer als manch jüngerer Mikroskopiker. Ich gleiche dies aus durch die geringe Auslöseverzögerung meiner aktuellen Olympus E-P5 aus (nur 0, 1 sec.) und durch Materialschlacht. Ich habe gerade in meinem Fotoprotokoll mal nachgeschaut, wie viele Fotos ich machen musste, um die ersten 3 Bilder im Beitrag zu knipsen. Es waren 76! Bei manchen Objekten brauche ich auch wesentlich mehr. Für mich hat die Digitalkamera erst den Zugang zu solchen Objekten ermöglicht.
Meine Mikroaquarien lege ich viel profaner an. Ich gebe ca. 0,5 ml Probe auf einen Objektträger, lege das Deckglas auf und lege es in eine Feuchte Kammer. Die besteht aus einer Plastik-Petrischale, in die ich ein Kosmetik Wattepad lege und welches ich mit Wasser tränke. Der Objektträger wird direkt auf das klatschnasse Wattepad gelegt. Deckel drauf, fertig. Davon lege ich aber immer recht viele an (5-10 von jeder Probe). Nicht in jedem Mikroaquarium entwickelt sich was. Bei vielen ist zuviel Detritus mit drunter, so dass die Schichtdicke beim langsamen verdunsten nicht weiter sinkt. Ich kontrolliere die Objektträger jeden Tag und verwerfe all die, welche nichts bringen. Es bleiben aber meist immer 2-3 übrig, wo die Schichtdicke durch mit eingeschlossenen Detritus oder Algenfäden einen "guten" Wert annimmt und wo sich noch ein paar Viecher vermehrt haben. Ich gehe also auch hier ehr mit Materialschlacht vor.
Schönen Abend!
Martin
- Monsti
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Re: Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
Hallo Martin,
vielen Dank für diese mal wieder phantastische Dokumentation!
Diesen Ciliaten habe ich bisher nur einmal gesehen, es aber nach zahllosen Versuchen aufgegeben, ihn erkennbar abzulichten.
Danke auch für die Beschreibung Deiner "feuchten Kammer", mit der ich immer noch kämpfe ...
Gute Nacht!
Angie
vielen Dank für diese mal wieder phantastische Dokumentation!
Danke auch für die Beschreibung Deiner "feuchten Kammer", mit der ich immer noch kämpfe ...
Gute Nacht!
Angie
Der das Kleine in Ehren hält, ist des Großen umso würdiger. (Sprichwort)
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Re: Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
Lieber Martin,MartinKreutz hat geschrieben:Meine Mikroaquarien lege ich viel profaner an. Ich gebe ca. 0,5 ml Probe auf einen Objektträger, ...
Deine Aufnahmen sind wie immer beeindruckend. Das ernüchtert etwas, da man im Hellfeld bei so großen Ciliaten kaum vernünftige Bilder hinbekommt. Kannst Du mir noch sagen welche Belichtungszeiten und ISO Einstellung Du beim Fotografieren verwendest?
Du meintest eventuell 0.05 ml, also 50 µl. Besser ist eine kleinere Menge um 25-30 µl. Sonst schwimmen sich die Ciliaten neben dem Deckglas frei. Als Anhaltspunkt kann man Kunststoffpipetten mit 1ml Volumen nehmen. Diese haben unten eine fein ausgezogene Spitze, die der Länge nach diesem Volumen entspricht.
Da ich genau dosierte Volumina für die Fluoreszenzfärbungen benötige, verwende ich seit einigen Jahren nur noch einstellbare Mikropipetten (10-100 µl) mit den passenden, auswechselbaren Pipettenspitzen mit gutem Erfolg für die Probenentnahme. Diese lassen sich auf die genaue Menge justieren (25 µl) und die passenden Pipettenspitzen beschädigen auch größere Ciliaten während der Entnahme nicht.
Viele Grüße
Thilo
Versand von Lebendkulturen: https://www.microinformatics.net/index. ... ndkulturen
eMail: paramecium@microinformatics.net [Thilo Bauer]
https://www.microinformatics.net/
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MartinKreutz
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Re: Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
Hallo Thilo,
Die Belichtungszeiten und ISO Zahlen kenne ich gar nicht! Die steuert die Olympus E-P5 automatisch. Ich gehe aber davon aus, dass die Zünddauer des Blitzes < 1/2000 sec. war und da genügend Licht durch den Blitz vorhanden war, die kleinstmögliche ISO Zahl gewählt wurde (100 ASA). Ich gebe zu, dass ich mich seit der Einführung der Digitalkameras auf meinem Mikroskop um diese Parameter nicht mehr gekümmert habe.
Nein, ich meinte ca. 0,5 ml! Ich habe es gerade nochmal ausprobiert. Das ist etwa die Menge, die ich nehme (+/- 0,2 ml). Das Deckglas (24 X 32 mm) schwimmt natürlich erstmal, aber das macht nichts. Kein Vieh wird zerdrückt oder muss unter Atemnot leiden. Mit der sehr langsamen Verdunstung in der Feuchten Kammer sinkt der Pegel aber und nach ca. 2 Tagen kann man mal schauen, was da so noch lebt.
Martin
Die Belichtungszeiten und ISO Zahlen kenne ich gar nicht! Die steuert die Olympus E-P5 automatisch. Ich gehe aber davon aus, dass die Zünddauer des Blitzes < 1/2000 sec. war und da genügend Licht durch den Blitz vorhanden war, die kleinstmögliche ISO Zahl gewählt wurde (100 ASA). Ich gebe zu, dass ich mich seit der Einführung der Digitalkameras auf meinem Mikroskop um diese Parameter nicht mehr gekümmert habe.
Nein, ich meinte ca. 0,5 ml! Ich habe es gerade nochmal ausprobiert. Das ist etwa die Menge, die ich nehme (+/- 0,2 ml). Das Deckglas (24 X 32 mm) schwimmt natürlich erstmal, aber das macht nichts. Kein Vieh wird zerdrückt oder muss unter Atemnot leiden. Mit der sehr langsamen Verdunstung in der Feuchten Kammer sinkt der Pegel aber und nach ca. 2 Tagen kann man mal schauen, was da so noch lebt.
Martin
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Re: Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
Ah, die Aufnahmen sind geblitzt. Danke Dir für die Information.
Ich versuche seit einiger Zeit mit einer leistungsstarken LED und Belichtungen zwischen 1/1000 s und 1/4000 s Aufnahmen mit schiefer Beleuchtung zu erstellen. Scheint, als wäre ich auf dem richtigen Weg.
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Ole
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Re: Pseudomonilicaryon anser (= Dileptus anser)
Hallo Martin,
herzlichen Dank für die schönen Aufnahmen - ich habe diesen Ciliaten noch nie bewusst gesehen. Ich finde es immer wieder beeindruckend zu sehen, zu welchen Leistungen eine einzelne Zelle fähig ist. Wie realisiert das Zytoskelett diese enormen Streckungs- und Kontraktionsvorgänge?
Beruhigend finde ich, dass Du für solche Aufnahmen auch viele, viele einzelne Fotos machen musst. Ich lerne noch, mit der Flut an digitalen Bildern umzugehen und couragiert zu löschen, was nicht 100%-ig gelungen ist.
Viele Grüße
Ole
herzlichen Dank für die schönen Aufnahmen - ich habe diesen Ciliaten noch nie bewusst gesehen. Ich finde es immer wieder beeindruckend zu sehen, zu welchen Leistungen eine einzelne Zelle fähig ist. Wie realisiert das Zytoskelett diese enormen Streckungs- und Kontraktionsvorgänge?
Beruhigend finde ich, dass Du für solche Aufnahmen auch viele, viele einzelne Fotos machen musst. Ich lerne noch, mit der Flut an digitalen Bildern umzugehen und couragiert zu löschen, was nicht 100%-ig gelungen ist.
Viele Grüße
Ole